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Möglichkeiten der Vorsorge anhand praxisnaher Fallbeispiele erklärt

Hier haben wir für Sie die wichtigen Vorsorgemöglichkeiten zusammengestellt, die Ihnen auch in Ihren schwersten Zeiten eine selbstbestimmte Zukunft ermöglichen können.

Patientenverfügung

In einer Patientenverfügung können Sie Ihre medizinischen Behandlungswünsche niederschreiben, die befolgt werden sollen, wenn Sie nicht mehr in Lage sein sollten, eigenständig zu kommunizieren.


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Fallbeispiel: Patientenverfügung

Frau S., 79 Jahre erlitt im Jahr 2015 einen schweren Schlaganfall und ist seitdem halbseitig gelähmt. Die meiste Zeit verbrachte Frau S. schlafend und zeigte immer häufiger keine Reaktionen auf den behandelnden Arzt oder Ihre Besucher. Ihrem Ehemann hatte Sie bereits vor Jahren eine Vorsorgevollmacht erteilt, sodass er alle notwendigen Entscheidungen treffen konnte, die Sie für sich selbst nicht mehr treffen konnte.

Mit seiner Erlaubnis wurde der Patientin eine Sonde zur Ernährung gelegt, ein Katheter und ein Luftröhrenschnitt um eine Erstickung vorzubeugen.

Frau S. hatte sichtlich schmerzen gehabt und war nicht mehr gewillt weiter Operationen oder Lebenserhaltungsmaßnahmen an sich durchführen zu lassen.

Zusammen mit Ihrem Mann und einem Anwalt setze Sie eine Patientenverfügung auf, in der Sie Situationen benannte, in denen Sie weder künstlich ernährt noch künstlich beatmet werdet möchte. Sie schloss auch eine Flüssigkeitszufuhr und Medikamentöse Behandlungen aus, wenn bestimmte Einschränkungen eintreffen sollten.

Der Zustand von Frau S. wurde immer schlechter bis sie im Februar 2016 einen zweiten Schlaganfall erlitt und ins Koma fiel. Frau S. hatte durch den zweiten Schlaganfall irreversible Schäden an Ihrer Lunge erlitten.

In Ihrer Patientenverfügung schloss Sie bei einem Lungenversagen die künstliche Beatmung aus. Sie wurde nach dem Schlaganfall, wie gewünscht, nicht an die Beatmungsgeräte angeschlossen.

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Fallbeispiel: Vorsorgevollmacht

Herr R., 59 Jahre, bricht an einem Sonntag bei der Gartenarbeit zusammen. Seine Frau, 55 Jahre, ruft sofort einen Rettungswagen der Ihren Ehemann ins nächstgelegene Krankenhaus fährt. Die Ärzte stellen einen Gehirnschlag als Diagnose fest und leiten alle notwendigen Maßnahmen zur Lebensrettung ein. Herr R. fällt trotz allem ins Koma und ist nicht mehr fähig, eigene Entscheidungen zur weiteren Heilbehandlung zu fällen.

Herr. R. hat keine Patientenverfügung und niemanden dazu bevollmächtigt seine persönlichen Angelegenheiten zu regeln.

Herr R. benötigt jedoch dringend Operationen in die er nicht einwilligen kann und die Ehefrau dazu nicht bevollmächtigt hat. Auch muss die Ehefrau weitere Schritte einleiten für die sie eine Vorsorgevollmacht benötigt. Sie muss mit der Pflegeversicherung und der Krankenversicherung Ihres Mannes sprechen. Sie benötigt ebenfalls einen Zugriff auf die Konten des Mannes bei der Bank um die Hypotheken überweisen zu können.

Doch ohne die Vorsorgevollmacht des Ehemannes können weder die Ärzte Ihrem Behandlungswunsch für Ihren Mann nachkommen, noch die Behörden oder Banken die Datenschutzbestimmungen brechen.

Um die Entscheidungen treffen zu dürfen und Auskünfte einholen zu können, muss sich die Ehefrau an das Betreuungsgericht wenden. Das Gericht muss daraufhin prüfen, ob eine Betreuung notwendig ist und wenn ja, ob die Ehefrau als Betreuerin geeignet ist. Auch entscheidet das Gericht, für welche Lebensbereiche des Mannes die Ehefrau eine Betreuungsverfügung erhalten soll. Während der gesamten Dauer der Betreuung, wird das Betreuungsgericht die Entscheidungen und Aufgaben der Ehefrau überprüfen um sicherzugehen, dass sie im Interesse Ihres Mannes handelt.

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Vorsorgevollmacht

Eine Vorsorgevollmacht greift dann, wenn Sie sich nicht mehr eigenständig um Ihre Belange kümmern können. In der Vorsorgevollmacht bestimmen Sie die Person, die in so einem Fall bevollmächtigt ist, für Sie zu handeln.


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Sorgerechtsverfügung

Wer kümmert sich um ein minderjähriges Kind, wenn beide Elternteile versterben sollten? In der Sorgerechtsverfügung können Sie die Person benennen, die das Sorgerecht Ihrer minderjährigen Kinder erhalten soll.


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Fallbeispiel: Sorgerechtsverfügung

Simon und Nadja K., Eltern eines 5-jährigen Sohnes und einer 7-jährigen Tochter, wohnhaft in Frankfurt am Main, sind selbständige Unternehmer und müssen daher berufsbedingt öfter reisen.

Am 15.04.2016 ist das Elternpaar in München mit einem Großkunden verabredet und bereiten für diesen Termin bereits seit Wochen die neuen Muster vor, die ihr Hersteller demnächst produzieren wird und der Großkunde als Abnehmer dafür gewonnen werden soll.

Wie so häufig, verläuft der Morgen der Familie K. hektisch. Frau K. bereitet das Frühstück vor und hilft den Kindern sich für den Kindergarten und die Schule vorzubereiten. Herr K. geht noch einmal alle Muster und Verträge durch und belädt das Auto mit allen Taschen, Rücksäcken und Schulranzen. Da der heutige Termin weiter weg ist und der Stau nicht vorausgeplant werden kann, werden die Kinder von den Großeltern abgeholt und über Nacht bleiben.

7:30 Uhr – alle sind satt, angezogen und startklar. Die Eltern fahren die Tochter zur Schule und den Sohn in den Kindergarten. Nun ist es schon 8:10 Uhr und der Termin startet um 12 Uhr.

Die Eltern wollen auf der freien Strecke etwas Zeit gewinnen, da sie näher zu München hin mit Stau rechnen. Während der Fahrt gehen sie noch einmal ihre Muster durch. Frau K. probt noch einmal die Rede, die sie vor dem Kunden halten wird. Plötzlich schwenkt ein Autofahrer von links auf ihre Fahrbahn und Herr K. kann nur durch ein scharfes Bremsen und Ausweichen einen Unfall vermeiden. Frau K. hat durch den Ruck und den unerwarteten Schock ihre Karteikarten aus der Hand fallen lassen. Ihr Man schaut zu ihr rüber um sicher zu gehen, dass ihr nichts passiert ist als es plötzlich ganz laut knallt.

Bei diesem Unfall sterben Simon und Nadja K.

Während der zweiten Schwangerschaft haben Simon und Nadja K. eine Sorgerechtsverfügung erstellt. In dieser Sorgerechtsverfügung haben beide Elternteile festgehalten, dass, sollte ihnen beiden etwas zustoßen, die Mutter der Frau K. das Sorgerecht für ihre Kinder erhalten soll. Des Weiteren haben sie in der Sorgerechtsverfügung ein Konto benannt, das auf die Namen der Kinder angelegt wurde und im Falle des Ablebens beider Elternteile für die Zukunft der Kinder weiter verwaltet werden soll. Dieses Geld soll für die Führerscheine, Hochzeiten und Studiengebühren verwendet werden.

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Fallbeispiel: Betreuungsverfügung

Frau B., 81 Jahre, leidet seit einigen Jahren an einer schwachen Demenzerkrankung. Die Krankheit ist schleichend und blieb lange unbemerkt. Die Kinder und Enkelkinder der Frau B. vermuteten erst, dass das Vergessen banal ist und auf das hohe Alter zurückzuführen. Anfangs hatte Frau vergessen wo Sie die Hausschlüssel abgelegt hatte oder ob die Tür hinter sich geschlossen hat. Irgendwann ist den Kindern aufgefallen, dass sie vergessen hatte ob sie die Wäsche gewaschen hat oder nicht oder ob Sie noch Sachen im Trockner hatte. Der Ehemann von Frau B. hatte viele Vergesslichkeiten ausgeglichen noch bevor es jemand merken konnte. So konnten die Kinder nicht wissen, dass ihre Mutter öfter vergessen hatte, warum Sie aus dem Haus ging und wie lange sie bereits draußen war.

Nach dem Tod des Ehemannes Herr B., 83 Jahre, nahm der älteste Sohn seine Mutter zu sich. Erst jetzt viel den Kindern und Enkeln auf, dass die Demenz von Frau B. soweit fortgeschritten war, dass Sie ihre Schwiegerkinder teilweise nicht mehr beim Namen nennen konnte. In der Nacht konnte Frau B. den Weg zur Toilette nicht finden und danach nicht mehr zurück in ihr Schlafzimmer.

Frau B. war nicht mehr in der Lage Entscheidungen zu treffen. Sie konnte bei der Bank kein Geld mehr abheben, weil Sie Ihre Geheimzahl vergessen hatte und beim Arzt konnte sie nicht sagen was Sie dort wollte, weil sie bis zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs bereits vergessen warum sie gekommen war.

Der Sohn musste nun alle Entscheidungen treffen und benötigte eine Vollmacht. Da seine Mutter aber bereits nicht mehr im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte war, war es nicht mehr möglich eine gültige Vorsorgevollmacht von Frau B. zu erhalten.

Der einzige Weg, der dem Sohn noch blieb, war der über das Betreuungsgericht. Herr B. junior musste sich an das Betreuungsgericht wenden und eine Betreuung für seine Mutter beantragen. Das Betreuungsgericht prüft den Antrag zuerst darauf, ob eine Betreuung notwendig ist. Ist sie das, prüft das Gericht ob der gewünschte Betreuer, in dem Fall der Sohn, als Betreuer geeignet ist. Ist alles geprüft und für in Ordnung erachtet worden, wird der Sohn als Betreuer bestellt. Der Sohn muss jährlich Rechenschaft beim Betreuungsgericht darüber ablegen, wie er seine Aufgaben erledigt hat.

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Betreuungsverfügung

Sollten Sie wegen einer Krankheit, des Alters oder eines Unfalls in einen Zustand geraten, indem Sie nicht mehr allein für sich sorgen können und zuvor niemandem eine Vorsorgevollmacht erteilt haben, kommt die Betreuungsverfügung ins Spiel.


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